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Kapitel 05.03: Das vegetative Nervensystem und Stress

 

 

Vegetatives Nervensystem

Unser Körper kommuniziert mit seiner Umwelt v.a. durch das periphere Nervensystem. Aber es gibt noch ein weiteres Nervensystem, welches nicht vom Willen gesteuert wird und für uns unbewusster arbeitet. Es wird vegetatives Nervensystem genannt.

Es ist verbunden mit allen Organen und der Eingeweidemuskulatur (=glatte Muskulatur)
z.B.

  • Herz
  • Hormondrüsen
  • Atemmuskulatur
  • Herz-Kreislaufsystem
  • Verdauungsorgane
  • Fortpflanzungsorgane

Das vegetative Nervensystem unterliegt nicht der Kontrolle unseres Willens! Man nennt es auch das unwillkürliche Nervensystem.

Es hat sein wichtigstes Zentrum in dem Bereich des Gehirns, welcher Hypothalamus genannt wird. Es ist verbunden über das Nachhirn (über die Formatio reticularis) mit dem peripheren Nervensystem.

Der Hypothalamus ist ebenfalls mit dem Limbischen System und dem Hormonsystem verbunden. Emotionen wie Wut, Zorn, Trauer, Angst und viele mehr sind von beiden Systemen mit beeinflusst (und somit auch Handlugen im Affekt!)

Das periphere Nervensystem und das vegetative Nervensystems sind eng miteinander verzahnt. Oft laufen in beiden ähnliche Reaktionen ab. Demzufolge werden oft auch eng beieinander liegende Nervenfasern genutzt.

 

Das vegetative Nervensystem (= autonomes Nervensystem)

Was passiert eigentlich in Deinem Körper vor einem Bungeesprung?

Stresssituation für den Körper. Dieser reagiert mit:

  • Beschleunigung von Herzschlag & Atmung
  • Haut sondert Schweiß ab und wird rötlich
  • Sinnesorgane werden angeregt
  • Energiereserven (Glycogen) werden bereitgestellt
  • Körper wird schmerzunempfindlicher
  • die Verdauung wird langsamer
  • die Denkleistung geht zurück

 

Ist über diese körperliche Reaktion eine Kontrolle möglich?

Nein! Das vegetative Nervensystem ist ein unabhängiger (=autonomer) Teil des Nervensystems!

 

Das vegetative Nervensystem steuert viele lebenswichtigen Funktionen, wie Herzschlag, Atmung, Blutdruck, Verdauung und Stoffwechsel. Auch Organe werden vom vegetativen Nervensystem gesteuert (Sexualorgane, Hormondrüsen, Schweißdrüsen, das Blutgefäßsystem und den Blutdruck) sowie die Pupillenreaktion.

 

Das vegetative Nervensystem besteht im Wesentlichen aus zwei Teilsystemen:

Sympathicus: Er regt alle Organe an, deren Tätigkeit bei gesteigerter körperlicher Aktivität besonders wichtig sind. Ebenso ist er in Stress- und Kampfsituationen aktiv.
Atmung (+), Kreislauf (+), Herztätigkeit (+)

Er hemmt hingegen die Organe, deren Tätigkeit in den oben genannten Situationen hinderlich wäre oder körperliche Höchstleistung einschränken könnten. So wird zum Beispiel die Verdauung verlangsamt (-).

 

Parasympathicus: Dieser Teil des vegetativen Nervensystems wird auch Entspannungsnerv genannt, da er Organe anregt, welche der Regenerierung, dem Erhalt der Körperreserven und der Erholung dienen. Er ist besonders in Entspannungssituationen und im Schlaf aktiv.

Das vegetative Nervensystem wird nicht durch den Willen gesteuert. Es wird vor allem durch den Hypothalamus kontrolliert.

Der Hypothalamus ist der Teil des Gehirns, welcher mit dem Hormonsystem verknüpft ist. Er steuert als oberste Instanz auch sämtliche hormonellen Vorgänge.

Reaktionen des vegetativen Nervensystems werden auch nur selten bewusst wahrgenommen.

 

 

Sympathikus (Leistungsnerv)

Parasympathikus (Erholungsnerv)

Ursprung:

Nervensträngen, die parallel zum Rückenmark liegen

Nervensträngen, die in der Nähe der inneren Organe liegen

Botenstoff der Synapsen:

Adrenalin/ Noradrenalin

Acetylcholin

Aufgabe:

anregend, bereitet Körper z.B. auf Gefahrensituationen vor

beruhigend

Sonstiges:

in Stresssituation schüttet das Neben­nierenmark zur Unterstützung Adrenalin aus

v.a. während des Schlafs und in Ruhephasen aktiv

 Bis auf die Blutgefäße werden alle Organe von beiden Teilsystemen angesteuert.

 

Das vNS passt Körperfunktionen der jeweiligen Situation an. In Stresssituationen ist z.B. der Sympathikus aktiv. In Erholungsphasen (auch Nachts) der Parasympathikus. Es steuert dazu die inneren Organe, Blutgefäße, Drüsen und die Haut. Es kann kaum durch den Willen gesteuert werden. Sympathikus und Parasympathikus sind in ihrer Wirkung Gegenspieler.

 

 

Aufgaben

  1. Was ist das vNS, welche Aufgaben hat es? (damals/ heute)
  2. Welche Unterschiede bestehen zum peripheren NS?
  3. Erklären von sympathischer Blockierung des Großhirns und der Aktivierung der Reflexe
    => In Stresssituationen (Klassenarbeiten) ist keine echte Kreativität möglich.
    Tipp: Vorbereitung und Einstellung helfen zu stressfreieren Klausuren => besseres Ergebnis
  4. Weshalb kann dauernde Anspannung und körperliche Belastung zu Verdauungsstörungen führen?
  5. Nikotin wirkt als Antagonist für Acetylcholin. Wie wirkt sich also ein Nikotinkonsum aus?
  6. Bei Lebensgefahr durch Herzversagen kann ein Arzt eine Adrenalinspritze ins Herz geben. Dies passiert zum Beispiel, wenn Leute mit starken Erfrierungen und geringen Lebenszeichen gefunden werden. Wie ist die Wirkung in diesem Moment? Wodurch kommt sie zustande?

 

Zusatzinformationen:

 

 

Sympathikus und Parasympathikus im Überblick

Körperbereich

Sympathikus - Aktivierung

Parasympathikus - Beruhigung

Herz

Steigerung des Herzschlags,

Kraftsteigerung,

Erweiterung der Herzkranzgefäße

Verlangsamung des Herzschlags,

Verengung der Herzkranzgefäße

Blutgefäße der arbeitenden Muskulatur

Erweiterung

Verengung

Blutgefäße der Haut

Verengung

Erweiterung (Erschlaffung)

Blutdruck

Steigt, da der Herzschlag beschleunigt wird und die Blutgefäße verengt werden.

Sinkt, weil der Herzschlag verlangsamt wird und die Blutgefäße sich weiten.

Gerinnungsfähigkeit

des Blutes

Erhöhung (von Vorteil, um eventuelle Wunden zu schließen)

Verringerung

Stoffwechsel

Steigerung, Energieabbau

Reduzierung, Energieeinsparung

Bronchien (Lunge)

Erweiterung

Verengung, verstärkte Schleimproduktion

Magen/Darm

- Hemmung der Verdauungsfunktionen,
- Hemmung der Produktion von

Verdauungssäften

- Anspannung der glatten Muskulatur,

- Gefäßverengung,

- Hemmung der Ausscheidungen

- Anregung der Verdauungsfunktionen,
- Anregung der Produktion von

Verdauungssäften

- Entspannung der glatten Muskulatur,

- Gefäßerweiterung,

- Anregung der Ausscheidungen

Bauchspeicheldrüse

Hemmung der Insulinproduktion

Förderung der Insulinproduktion

Schweißdrüsen

Wenig und klebriger Schweiß

viel dünnflüssiger Schweiß

Speicheldrüsen

Hemmung des Speichelflusses

(zähflüssiger Speichel)

Verstärkung des Speichelflusses (dünnflüssiger Speichel)

Genitalien

Hemmung der Durchblutung durch Gefäßverengung.

Förderung der Sekretion,

Anregung der Durchblutung der Genitalien durch Gefäßerweiterung,

Evtl. Erektion

Auge

Pupillenerweiterung,

Lidspaltenerweiterung

Pupillenverengung,

Lidspaltenverengung

Tränendrüsen

geringe Sekretion

starke Sekretion

Gehirn

Bewusstseinsaufhellung

Kreativität nimmt zu

 

Der Aufbau des vegetativen Nervensystems

 

Quelle Bild: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International by Wikicommonsuser Geo-Science-International – thank you; https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Das_vegetative_Nervensystem.jpg

 

Wirkung des vegetativen Nervensystems auf verschiedene Organe

Organ

Wirkung bei aktivem Sympathikus

Wirkung bei aktivem Parasympathikus

Auge

Pupille weitet sich

Ziliarmuskel kontrahiert => bessere Nahsicht

Pupille verengt sich

Bauchspeicheldrüse

Zunahme der Sekretbildung

Abnahme der Sekretbildung

Blase

Wandmuskulatur schlaffer

Schließmuskel kontrahiert

=> Harnspeicherung

Wandmuskulatur fester

Schließmuskel entspannter

=> Harndrang

Blutgefäße der Haut

Zusammenziehen der Blutgefäße

Entspannung der Blutgefäße, v.a. im Genitalbereich

Blutgefäße der Muskulatur

erhöhte Muskelgrundspannung (Muskeltonus)

Muskelrelaxation

Herz

erhöhte Schlagfrequenz,

erhöhte Schlagstärke

Erweiterung der Herzkranzgefäße

verringerte Schlagfrequenz

 

Verengung der Herzkranzgefäße

Leber und Gallenblase

Verstärkte Umwandlung von Glucogen in Glucose
=> Blutzuckerspiegel steigt

Verstärkte Bildung von Glycogen aus Glucose
=> Blutzuckerspiegel sinkt

Abgabe von Gallenenzymnen

Lunge

Weitung der Bronchien,

geringere Schleimbildung

Verengung der Bronchien,

stärkere Schleimbildung

Magen-Darm-Trakt

aktive Darmbewegung (=Peristaltik) wird eingestellt

Magenbewegung verringert sich ebenfalls

Magen- und Darmbewegung wird angeregt

 

Sekretion von Verdauungsenzymen wird angeregt

Nebenniere

Abgabe von Adrenalin

keine Wirkung

Niere

Hemmung der Urinbildung

keine Wirkung

Schweißdrüsen

Abgabe von Schweißsekret

keine Wirkung

Sexualorgane

Erektion gehemmt

u.U. Ejakulation

u.U. Penis- und Klitoriserektion

Speicheldrüsen

wenig und dickflüssigerer Speichel wird gebildet

=> trockener Mund

viel und wässriger Speichel entsteht.

Tränendrüsen

keine Wirkung

erhöhte Sekretion

 

 

Übersicht über das vegetative Nervensystem

 

Quelle Bild: Public domain by gray's Anatomy, 1918, Upload to wikimedia.org by Uwe Gille - thanks! http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Gray839-d.png/ http://www.bartleby.com/107/illus839.html

 

Gliederung des Wirbeltier-Nervensystems

Aufbau des menschlichen Nervensystems (gilt für alle Säugetiere)

 

Aufgaben des vNS: Konstanthaltung des inneren Milieus des Körpers bzw. Körperfunktionen dem jeweiligen Bedarf anzupassen. Das vNS innerviert vor allem die inneren Organe, Blutgefäße, Drüsen und die Haut. Es erfüllt seine Aufgaben autonom, d.h. es kann durch den Willen nicht gesteuert werden. Umgekehrt gelangt die Wirkung des vNS auch nicht ins Bewusstsein. (Ausnahme sind besondere Situationen, wie Stress (Herzrasen), Verlegenheit (erröten)). Zentrale Steuerung erfolgt durch das Gehirn

 

Adrenalin

Adrenalin (lat. Ad = zu / ren = Niere) wird als Hormon im Nebennierenmark oder vom Sympathischen Nervensystem als Neurotransmitter gebildet. In Stresssituationen wird es ausgeschüttet und ruft so die typische Stressreaktion hervor (stärkere Durchblutung von Muskeln und Haut, Schweiß, beschleunigter Herzschlag, Umwandlung von Fett in schnell verwendbaren Blutzucker, Verminderung von höherer Denkleistung und Verdauung usw.). Adrenalin ist chemisch eng verwandt mit Noradrenalin und Dopamin.

Medizinisch wird es bei allergischen Schocks, Kreislaufversagen sowie bei Herzstillstand (z.B. durch Unterkühlung beim Einbrechen im Eis) bei Wiederbelebungsmaßnahmen gespritzt.

Die Entdeckung des Adrenalins geht auf John Jacob Abel (1897) zurück. Er nannte es Epinephrin. Vier Jahre später gelang dem Japaner Jokichi Takamine die Herstellung größerer Mengen aus dem Mark der Nebenniere. Er nannte den Stoff Adrenalin.

 

 

 

 

Wirkungen von Adrenalin

Adrenalin ist ein Gegenspieler der an α1, α2 und β-Adrenozeptoren.

Daraus folgt seine Wirkung:

  •  Steigerung des Blutdrucks und des Herzschlags
  • Zunahme des zentralen Blutvolumens,
  • Beschleunigung der Erregungsleitung der Nervenzellen
  • Herabsenkung der Reizschwelle des Herzens,
  • Dämpfung der Magen-Darmtrakt-Muskel Tätigkeit
  • Erweiterung der Bronchien
  • Freisetzung von Glucose aus Glycogen- und Fettreserven => Anstieg des Blutzuckerspiegels,
  • Steigerung des Grundumsatzes
  • Erweiterung Blutgefäße

Adrenalin schafft durch diese Reaktionen die Voraussetzungen für Stress-, Kampf- und Fluchtsituationen bei denen Energie-Reserven sowie schnelle Reaktionen von Vorteil sind.

 

Zusatzinformationen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Adrenalin

 

Enterisches Nervensystem (ENS)

Das Enterische Nervensystem (ENS) ist ein weitreichendes Geflecht aus Nervenzellen, welche vor allem in der Nähre des Verdauungstraktes des Menschen zu finden ist. Es enthält ungefähr so viele Nervenzellen, wie das Rückenmark (etwa 100 Millionen Nervenzellen). Es wird manchmal auch zum vegetativen Nervensystem gerechnet.

Die Nervenzellen befinden sich vor allem als dünne Schicht zwischen den Verdauungsmuskeln. Das ENS steuert u.a. die Verdauung, Darmmotilität, den Blutfluss im Verdauungstrakt und die Ausschüttung von Sekreten. Eine Rückmeldung an das Gehirn findet über den Nervus vagus statt. Seine Neurotransmitter sind Serotonin und Dopamin.

Das enterische Nervensystem ist übrigens ebenfalls für besondere Menigitisviren anfällig. Weiterhin sind Vergiftungen, Gefäßerkrankungen, Entzündungen, sowie Tumore der Nervenzellen möglich.

Zusatzinformationen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Enterisches_Nervensystem

 

Stress

1936 definierte der österreichisch-kanadischer Mediziner und Zoologe Hans Selye eine körperliche Reaktion, die heute als Stress bekannt ist. Er leitete das Wort vom Englischen „to stress“ - anspannen (speziell in der Werkstoffkunde: Zug oder Druck auf ein Material) ab.

Er definierte Stress als psychische und physiologische Reaktion bei Tieren und Menschen, welche durch spezifische Reize ausgelöst wird.

Sie kann bei der Bewältigung besonderer Anforderungen, körperlicher und geistiger Belastung helfen, aber diese bei hohem Stress auch verhindern!

 

Folgende Merkmale können bei gestressten Menschen beobachtet werden:

Körperliche Reaktionen der Anspannung, Gereiztheit, Hautrötung, teilweise hoher Leistungsfähigkeit, aber auch bei einigen Menschen eine sehr geringe Leistungsfähigkeit.

 

Weitere Merkmale von starkem Stress:

- Erschöpfung

- körperlicher Abbau

- Infektionsanfälligkeit

- Verdauungsstörungen

- Krebs (v.a. Magengeschwüre)

- Zunahme der Thrombosegefahr (=Blutgerinnsel)

- Zunahme von Arteriosklerose (=Arterienverkalkung) => höheres Herzinfarktrisiko!

- Zunahme des Blutdrucks (Bluthochdruck) => Gehrinschlagrisiko nimmt zu!

 

Wozu „dient“ Stress:

Selye wurde durch Tierbeobachtungen auf dieses psychologische Phänomen aufmerksam. Er beobachtete Tiere bei Rangreihenfolgenkämpfen, sonstiger Aggressionen, Kontakt mit Fressfeinden sowie in Gefahrensituationen (wie z.B. bei Waldbränden).

Er folgerte daraus:

Die Stressreaktion hilft dem Körper in Gefahrensituationen, schnell und ohne groß nachzudenken, richtig zu handeln.

 

Generelle körperliche Merkmale bei solchen Kampfsituationen:

Oft kann eine erhöhte Muskelleistung beobachtet werden. Diese ist notwendig z.B. zur Flucht oder dem Kampf. Demzufolge steigen in solchen Stresssituationen die Muskelgrundspannung, de Blutdruck und die Atemfrequenz. Der Körper schwitzt leicht (zur Kühlung)

=> Anregung und Unterstützung der Bewegungsmuskulatur.

Verdauungsvorgänge, höhere Denkleistungen (wie Problemlösen sowie Kreativität) werden hingegen unterdrückt!

Diese sind eher in Entspannungssituationen gefragt. Dazu wird das Großhirns hormonell (durch Serotonin sowie anregendes Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin) in seinen Leistungen „zurückgefahren“. Hingegen nimmt der Einfluss des Stammhirns zu.

Reaktionen unter Stress sind in der Regel schnell und haben reflexartigen Charakter. Aber sie sind auch gleichzeitig fehleranfälliger.

 

Kurzzeitstress - Langzeitstress?

Man unterscheidet heute zwei Arten von Stress:

 

a) Eustress (oft bei nur kurzen Stressphasen!)

Positiver Stress mit guten Auswirkungen

=> erhöhte Aufmerksamkeit,

=> maximale körperliche und zum Teil auch geistige Leistungsfähigkeit

=> wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden sowie physische Funktionsfähigkeit des Menschen aus (Herausforderungen werden bewältigt)

 

Kurzzeitiger Stress (=Eustress) wie z.B. Lampenfieber hat durchaus positive Auswirkungen! So sorgt die etwas erhöhte Aufmerksamkeit und Anspannung für oft bessere Leistungen.

 

b) Disstress (vor allem bei Langzeit- und Dauerstress)

Negativer Stress mit Auswirkungen wie Krankheiten, Leistungsunfähigkeit oder gar Tod!

Die Aufgaben und Reize der Umwelt können dann kaum noch oder gar nicht mehr, bewältigt werden. Sie werden als unangenehm, bedrohlich und überfordernd wahrgenommen

=> erhöhte Anspannung, mangelnde Aufmerksamkeit und Abnahme der Leistungsfähgkeit

 

Dauerhafte Stresssituationen (=Distress) sind alles andere als positiv! Der Körper wird geschädigt und wird krank (=Burnout-Syndrom). Klingt der Stress nicht ab, so können Geschwüre, Herzinfarkte und Gehirnschläge die letzte Konsequenz sein.

 

Stress kann hervorgerufen werden durch (=Stressoren):

  • Fehlende Gestaltungsmöglichkeiten, mangelndes Interesse am Beruf und in der Freizeit
  • Lärm
  • Armut
  • zu große Verantwortung/ Überforderung/ Versagensängsten
  • Zukunftssorgen
  • Krankheiten und Schmerzen
  • Lärm, Lautstärke, nervöse Mitmenschen
  • Mobbing am Arbeitsplatz/ Schule - schwelender Streit
  • Reizüberflutung (z.B. viel TV/ Computerspiele bei Kindern)
  • Schichtarbeit (bewirkt eine Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus und gesundheitliche Probleme)
  • Schlafentzug
  • Schwerwiegende Ereignisse (z.B. ein Wohnungseinbruch, eine Operation, eine Prüfung)
  • Seelische Probleme, unterschwellige Konflikte
  • Soziale Isolation, Verachtung und Vernachlässigung
  • Ständige Konzentration auf die Arbeit (zum Beispiel bei Fließbandarbeit)
  • Tod eines Angehörigen
  • Zeitmangel

 

Als grobe Regel kann gelten, dass im Alltag immer dann Stress entsteht, wenn man sich einer Situation nicht mehr gewachsen fühlt, bzw. man den Eindruck hat, eine Situation nicht mehr kontrollieren zu können.

Stress hat demzufolge einen stark persönlichen Charakter! Was für einen schon stressig ist, kann für andere Menschen noch keine Belastung darstellen. Daraus ergibt sich, dass schon eine positive Einstellung eine Stresssituation entschärfen kann.

 

Möglichkeiten zur Stressbewältigung

Grundsätzlich sollte man sich erstmal der Stresssituation und des Stressproblems bewusst werden und deren Auslöser bestimmen. Vielleicht kann man durch gutes Zeitmanagement da schon einiges erreichen.

Unter Umständen kann man durch verändertes Verhalten schon die eigene Stresssituation entschärfen.

 

Weiterhin helfen:

  • Die „Klassiker”: viel Schlaf, gesunde Lebensweise und Ernährung, viel Bewegung
  • Privater Ausgleich, wie Hobbys, Sport usw...
  • Ruhephasen durch Meditation, progressiver Muskelrelaxation oder autogenem Training
  • Verinnerlichung von problem- bzw. emotionsorietierten Bewältigungsformen (z.B.: Wahrnehmungslenkung, positive Selbstinstruktion, aktive Vermeidung, professionelle Problemlösungsansätze usw.) 

Stress ist vor allem ein psychisches Problem. Folglich helfen Medikamente nur bedingt und außerdem bergen sie unter Umständen ein hohes Suchtpotenzial!

 

Zusatzinformationen:

Stressoren

Stressoren sind Ursachen, welche Stress auslösen. Dies können Missgeschicke, Menschen, Dinge oder Vorgänge sein.

Zwei verschiedene Arten von Stressoren:

a) Objektive (von außen einwirkende) Stressoren:

    • hohe Erwartungen, unerfüllte Wünsche
    • geringe Belastbarkeit
    • Drogen, Medikamente
    • Hitze, Kälte
    • Lärm
    • Hunger
    • Krankheiten & Verletzungen
    • Reizüberflutung
    • Schlafmangel
    • soziale Isolation
    • Mobbing, Verachtung und Vernachlässigung, Gruppendruck, Rivalität
    • Verlust von Angehörigen
    • Konflikte mit anderen Menschen
    • Armut

b) Subjektive (von innen wirkende) Stressoren (z.B. durch Psyche):

    • Versagensängste
    • Überforderung
    • Prüfungssituation
    • negative Selbstbild, negative Situationsbewertung, zu großer Wunsch nach Perfektionismus
    • Ängste und Phobien

Wiederholungsfragen zum Thema „vegetatives Nervensystem und Stress“

  1. Nenne ein Beispiel, wo Erfahrungen Einfluss auf das Nervensystem haben
  2. Wäre es schlimmer, wenn durch einen Unfall die äußeren Reize oder inneren nicht mehr wahrgenommen würden?
  3. Wie ist das vegetative NS aufgebaut?
  4. Nenne Wirkorte, Wirksubstanzen und körperliche Reaktionen. Was ist ein Überträgerstoff (=Transmitter)?
  5. Was ist Stress? Erkläre an einem Beispiel
  6. Gibt es denkbare Gründe, warum sich die Nerven nicht berühren?
  7. Menschen mit großem beruflichem oder schulischem Stress können nachts schlecht einschlafen. Tausende Gedanken gehen durch den Kopf und scheinen die Person wachzuhalten. Kannst Du begründen, warum das so ist?
  8. Baldrian, ist eine Pflanze welche ein etherisches Öl (ein Alkaloid) produziert. Die daraus gewonnene Baldriantinktur hat eine bestimmte Wirkung auf das vegetative Nervensystem. Kannst Du erklären, welche?

 

Weitere Informationen zum vegetativen Nervensystem gibt es auf der Schwesterseite: https://abitur-wissen.org

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